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BMW 328 Weinberger

800.000 € - 1.100.000 €

1938 Baujahr
80 PS 59 KW
6Zylinder
Matching-Numbers bestätigt durch BMW Classic Auslieferung nach München, Deutschland Gut dokumentierte Historie Sonderkarosserie von Ludwig Weinberger - speziell nach den Wünschen der Erstbesitzerin angefertigt Erstbesitzerin Gräfin Pamela Moy de Sons Frühe Rennhistorie bei der Rallye Paris - St. Raphael

Dieser BMW 328 ist ein besonderes Exemplar mit deutscher Erstauslieferung, interessanter und gut dokumentierter Historie und einer sportlichen Roadster-Sonderkarosserie von der Firma Weinberger aus München.

Der BMW 328 ist zweifellos einer der schönsten und erfolgreichsten Sportwagen aller Zeiten. Er ist aufgrund seiner vielen herausragenden Eigenschaften schnell zur Legende geworden. Sein sportlicher Sechszylinder-Reihenmotor mit zwei Litern Hubraum leistete 80 PS / 59 kW, was in Kombination mit dem geringen Gewicht und dem sehr guten Fahrwerk zu sehr guten Fahrleistungen und zahlreichen Erfolgen im Motorsport führte. Sein modernes Konzept trug entscheidend zum sportlichen Image der Marke BMW bei und war noch bis Ende der 50er Jahre erfolgreich bei Privatleuten, Kleinserienherstellern etc. im Einsatz.

BMW baute insgesamt etwas über 460 Fahrzeuge. Ungefähr 403 davon wurden mit der serienmäßigen Roadster-Karosserie ausgeliefert. Circa 59 Fahrzeuge wurden jedoch als Fahrgestell ausgeliefert, um auf Wunsch der damaligen Kunden exklusive Sonderkarosserien bei den bekannten Karosseriebauern zu bekommen.

Der von uns angebotene Wagen ist einer davon.

Wie das BMW Archiv bestätigt, wurde das Fahrgestell am 27. April 1938 über die Firma Automag aus München an den renommierten Münchener Karosseriebauer Ludwig Weinberger ausgeliefert. Die Firma Automag ist bis heute erfolgreich im Geschäft und war der erste Vertragshändler von BMW überhaupt. Die Firma Weinberger ist international bekannt geworden durch die Anfertigung einer Karosserie für einen der sechs legendären Bugatti Royale. Der Bugatti Royale von Weinberger ist seit 1952 eine der größten Attraktionen im Henry-Ford-Museum in Detroit.

Und auch für den BMW 328 fertigte Weinberger einige sehr schöne Karosserien, von denen einige in dem BMW 328 Standardwerk von Rainer Simons abgebildet sind. Viele Weinberger Aufbauten waren etwas luxuriöser als der Werksroadster, aber Weinberger fertigte auch einige sportliche Roadster Karosserien wie diese.

Die Auftraggeberin für diesen BMW war damals Gräfin Pamela Moy de Sons, die ihn höchstwahrscheinlich schon mit dem Ziel aufbauen ließ, den Wagen bei Langstreckenrallyes einzusetzen.

Die Roadster-Karosserie ist der Werkskarosserie relativ ähnlich und ebenso sportlich. Sie zeichnet sich vor allem durch ein etwas größeres Heck und etwas mehr Platz im Innenraum aus. Somit war sie ideal für den Einsatz bei Rallyes geeignet, da sie mehr Platz für Gepäck, Ausrüstung und einen großen Tank bot. Weil die Karosserie nicht direkt hinter den Sitzen beginnt kann man auch größere Fahrer, mit einigen kleinen Änderungen an den Sitzen unterbringen, und der Einstieg ist auch etwas einfacher.

Mit Fertigstellung wurde das Fahrzeug dann an die Gräfin Pamela Moy de Sons ausgeliefert. Die spätere Gräfin war im August 1903 in England als eine von drei Töchtern eines in New York lebenden deutschstämmigen Bankiers und einer deutsch-amerikanischen Musikerin geboren. Die Familie war in den USA ebenso zuhause wie in Großbritannen, so dass Pamela ihre Jugend und Schulzeit unter anderem in den USA verbrachte. 1926 heiratete sie den aus einem alten französischen Adelsgeschlecht stammenden Grafen Hugo Moy de Sons, mit dem sie unter anderem auf dem Schloss Anif bei Salzburg lebte. Weitere Liegenschaften besaß die Familie in München und Baden-Baden.

Pamela Moy de Sons war eine Freundin sportlicher Fahrzeuge. Insbesondere mit einem MG J3 nahm sie an zahlreichen Rallyes teil – 50.000 Meilen fuhr sie mit diesem Fahrzeug. Mit dem frisch zugelassenen BMW 328 nahm sie 1939 an der Rallye Paris – St. Raphael teil und gewann die 2.200-Kubikzentimeter-Klasse. Etliche zeitgenössische Fotos hierzu liegen vor. Damals war der Wagen dunkel lackiert, nach Vorbild des von der Gräfin sehr geliebten MG.

Nachdem ihr Ehemann im Juni 1938 starb, ging Pamela Moy de Sons zurück nach England; den BMW nahm sie mit und ließ ihn im Juni 1939 dort zu. So überstand er, im Gegensatz zu den meisten Autos die in Deutschland blieben, die Kriegsjahre unbeschadet. Nach dem Krieg verkaufte Pamela Moy den Wagen. Eine Aufnahme zeigt den Wagen, der zwischenzeitlich weiß lackiert worden war, in den Nachkriegsjahren bei einer Veranstaltung in Chateau Impney. Im Oktober 1961 wurde der Wagen dann bei Chiltern Cars aus Leighton Buzzard für 200 Pfund zum Verkauf angeboten und dort von Michael Warrior aus Fleet in Hampshire gekauft. Er war ein großer BMW-Enthusiast und unternahm viele Touren mit dem Wagen. Als VSCC (Vintage Sports Car Club) Mitglied nahm er wohl auch an einer Veranstaltung auf der Rennstrecke Silverstone teil und stellte den Wagen zudem für einige Zeit dem Lakeland Motor Museum als Exponat zur Verfügung. Laut einer alten Beschreibung des Fahrzeuges war Warrior zudem mit dem weltbekannten Motorjournalisten, Rennfahrer und BMW-Fan Denis „Jenks“ Jenkinson vom Motorsport Magazin befreundet, der nur wenige Minuten von ihm entfernt wohnte und ebenfalls einen BMW 328 besaß.

Michael Warrior ließ den Wagen in seiner Zeit umfassend überarbeiten und neu lackieren. In diesem Zuge wurde auch ein vollsynchronisiertes Volvo-Getriebe installiert. Diese Umrüstung ist sehr beliebt und findet sich an vielen BMW 328, da die originalen unsynchronisierten Getriebe relativ schwer zu fahren sind.

Insgesamt behielt Michael Warrior den Wagen mehr als 30 Jahre und verkaufte ihn erst am 18. Juli 1994 über eine Sotheby‘s Auktion im Royal Airforce Museum Hendon. Dort wurde er von dem deutschen Sammler Hans Seibold erworben und somit kam der BMW seiner alten Heimat wieder sehr nahe, denn Seibold lebt im Berchtesgadener Land. Er ließ den Wagen Mitte der neunziger Jahre bei lokalen Betrieben in Zusammenarbeit mit den bekannten BMW 328 Werkstätten und Teilelieferanten restaurieren, was durch zahlreiche Rechnungen und Belege dokumentiert ist.

Im Jahr 2001 wurde der 328 in die Hände eines weiteren Deutschen verkauft. In dessen eindrucksvoller Sammlung wurde der Wagen von fachkundigen Mechanikern gepflegt, die in 2011 den Motor überholten.

Im August 2012 dann wurde das Fahrzeug an den aktuellen Eigentümer verkauft. Dieser ließ den Wagen vor dem Ankauf durch die Firma Feierabend aus Würzburg prüfen. Nachdem diese Prüfung positiv war, kaufte er den Wagen und ließ ihn im ersten Halbjahr 2013 in der auf den BMW 328 spezialisierten Fachwerkstatt von Tom Fischer in 83098 Brannenburg technisch überholen. Die Arbeiten sind komplett durch Rechnungen dokumentiert. Insgesamt wurden mehr als 52.000 Euro investiert.

Im März 2019 hat BMW Classic den Wagen geprüft und haben bestätigt, dass Motor und Chassis original und „matching numbers“ sind

Der Wagen kann nach Absprache jederzeit vor der Auktion bei uns in 33415 Verl besichtigt werden. Eine Hebebühne steht Ihnen dafür selbstverständlich ebenfalls zur Verfügung.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie an weiteren Informationen Interesse haben.

BVAuctions BMW 328 Weinberger
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